„Bündnisse – Ein Weg zu erfolgreicher Geschlechterpolitik? Was ist der Streit Wert?“ « Was ist der Streit-Wert?

„Bündnisse – Ein Weg zu erfolgreicher Geschlechterpolitik? Was ist der Streit Wert?“

4. Oktober 2011,

Unter dieser Fragestellung möchte das Gunda-Werner-Institut alle einladen, sich an unserer aktuellen Online-Debatte zu beteiligen und zugleich die letzte online-Debatte „Grüne Feministen und ‚Männerrechtler‘ fordern Frauen- und Geschlechterpolitik heraus“ von 2010 weiter führen.

Denn auch wenn in den vergangenen Jahrzehnten geschlechterpolitische Fortschritte errungen wurden, ist eine emanzipative Geschlechterpolitik in vielen Bereichen rückläufig oder stagniert. Von einem einheitlichen feministischen „Wir“ ist heute nicht mehr auszugehen. Frauenpolitische Ansätze haben sich ausdifferenziert und sind sichtbar divers, auch emanzipierte Männer diskutieren mit. Ist Bündnispolitik eine Chance, geschlechterpolitische Ziele zu erreichen und aus der geschlechterpolitischen Stagnation bzw. dem Roll Back heraus zu kommen? Welche Bündnisformen und Bündnisse sollten Feministinnen (nicht) eingehen? Wie sollte Bündnispolitik gestaltet werden, um feministische und emanzipatorische Ziele zu erreichen? Was ist erforderlich? Wer ist einzubinden, warum? Dies sind für uns zentrale Fragen.

Wir blicken mit verschiedenen Perspektiven auf Potenziale und Chancen von Bündnissen ebenso wie auf Grenzen und Probleme von Bündnispolitiken und freuen uns über Kommentare zu den Beiträgen auf dem Blog (http://streit-wert.boellblog.org/) oder einem eigenen Artikel an die E-Mail gwi@boell.de.

Kontakt: Sabine Mohamed, E-Mail gwi@boell.de T 030-28534-122

 

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5 Kommentare

  1. Ich möchte hier zur Ergänzung der Ausführungn auf einen Artikel hinweisen, der alle ein wenig auf den Boden zurückholt was die Praxis angeht. Ich unterstütze aus meinen Erfahrungen, dass ‘gender’ oft und vor allemn von Männdern als ein neuer Begriff für ‘Frauen’ (ein Frauenproblem, eine Frauenperspektive) verstanden wird, oder auch mutwillig missverstanden wird.
    Warum? Ich denke einige verstehen es grundsätzlich nicht; aber die Mehrheit versteht. Sie verstehen, dass wenn sie mitgemeint sind als Männer oder (alle Menschen)sie ihre vermeintliche Neutralität verlieren, gemeint sind und sich sehr, sehr veiel grundsätzliches in den Machtverhältnissen generell und ihren privaten, individuellen Verhältnissen ändert (das Private ist politisch und umgekehrt). Deshlab wird Nichtverstehen (oh, das ist aber Englisch! oder: oh, das kann ich gar nicht udn nur falsch aussprechen)vorgetäuscht. Der Mainstream verweigert sich weiter, und Gender in den Mainstream zu bekommen ist nicht ‘längst erfolgt’, passé sondern ist harte Arbeit, setzt privaten/ individuellen und politischen Willen und: Gesetze sowie Gesetzestreue voraus.
    Schaut mal:
    http://diestandard.at/1319182816084/Meint-Gender-auch-Maenner

  2. Die historische Geschichte der Politik zeigt ganz deutlich, dass das Patriarchat über Männerbündnisse/Bruderschaften aufgebaut wurde und bis heute aufrecht erhalten wird. Die Frauen werden sowohl in der Wirtschaft und anderen Bereichen komplett ausgeschlossen. Sie bekommen die Ziele der Bruderschaften überhaupt gar nicht zu wissen. Die Bruderschaften sind parteiübergreifend organisiert wie die Freimaurer. Warum wird das einfach ignoriert und ständig von Frauen und der Genderforschung verschwiegen? Warum gilt das plötzlich als rechtsradikal, wenn Frauen sich unabhängig organisieren? Warum wird die Rechte in den Bruderschaften in der Politik ständig verschwiegen während die Terror-Rechten kritisiert werden während sie doch mit den politischen Köpfen verbunden sind?
    Hitler schrieb über das Konzentrationslager: “Arbeit macht frei.” Welcher Geist hat Hartz IV, die Ghettoviertelpolitik und die Zeitarbeit erfunden?

  3. Hallo Gast, Du hast Recht, das Patrichat bedeutet(e) den Ausschluss von Frauen von allen Entscheidungsebenen, und das über Jahrtausende, bis heute anhaltend. Besonders dort, wo Frauen sich zunehmend einen Platz im öffentlichen, politischen und gesellschaftlichen Leben über den Kampf der Einforderung ihrer Rechte erstritten haben, erfolgte das meist über den gemeinsamen Zusammenschluss in Bündnissen (unabhängig organisiert), in Frauenvereinen- und Organisationen. Das dies als ‘rechtsradikal’ bezeichnet wird, oder: diffamiert wird, ist mir neu. Dass Frauen dafür immer mal mehr mal weniger diffamiert, marginaliert und angegriffen wurden (und werden) ist bekannt. Wer tut das? All jene, die den Fortschritt und die Gleichberechtigung der Frauen aufhalten wollen. All jene, die ihre eigenen Privilegien davonschwimmen sehen, die Angst vor ‘Machtverlust’ oder auch nur vor Veränderungen haben. In der Tat sind die heutigen Bruderschaften, Studentenverbindungen, Männerlogen, rein männliche Führungsebenen von diversen Branchen der Wirtschaft, der Wissenschaft, jeder gesellschaftlichen Gruppe solche Überbleibsel, die wir ernst nehmen und sprengen sollten. Auch Männer dürfen sich unabhängig zusammentun: aber nicht gegen die Menschenrechte von Frauen. Gibt es keine Studien in der feministischen, der Genderforschung dazu? Dann hast Du eine echte Lücke entdeckt: Forscht Du darüber?! Wäre doch gut. Ich habe in Münster studiert ud mich feministisch (unabhängig) organisiert, wo es solche Männerstudentenverbindungen auch mit übler Geschichte und nationalistischem Hintergrund gibt.Die wirkliche Gefahr der Nazis, der Kontinuität der Rechtsradikalen ist immer verleugnet worden. Das geht seit ich dneken kann und soll davon ablenken, dass nach 1945 nicht all das barbarische, ideologisch tiefsitzende in den Menschen, der Kultur wie ein Ungeheuer verschwunden ist. Uns war bekannt, und der Öffentlichkeit, die wissen wollte, auch (s. Zeitungsartikel, Bücher), dass es aktive ‘Verbindung’ von Burschenschaften zu rechts-faschistischen Gruppen gibt. Wäre höchst interessant zu verstehen, warum sie heute noch existierebn, Zulauf finden, Frauen ausschliessen, nationalistisch (rassistisch?) agieren, wie diese Horte des Patriachats zu knacken sind. Ebenso, wie sind solche Männer-Bünde/leien gegen Frauen, gegen meist dann auch Minderheiten, Veränderung, Gleichheit uvm im Alltag zu knacken: und wenn auch nur, die vielen abendlichen, Treffen von Kollegen (ohne Kolleginnen), in exklusiven Clubs, in Sexclubs, auf sog. Betriebsausflügen etc., wo unter Ausschluss der Frauen der Männerbundnachwuchs rekrutiert und mit Zugehörigkeitsgefühl, Geschenken und Privilegien gepäppelt wird, die Seilschaften (gegen Frauen) gestärkt werden, der Lohn-, Karriere- Rentenvorteil festgezurrt wird. Sollen wir Frauen einfach nur dasselbe machen? Können wir überhaupt Contra bieten: wir haben ja eben nicht jene ‘alte Damen mit Ressourcen’ im Hintergrund, oder? Und ist es das Modell was wir wollen, was auch fortschrittliche Männer wollten? Da ich glaube, dass wir das überwinden sollten, würde ich dem nicht allzuviel Stellenwert einräumen. Aber: Wissen schaffen wäre gut, das nicht zu unterschätzen auch. Ich glaube, Du hast Dich neulich bei TdF auch darüber geäußert. Deine Wut ist berechtigt: Wandel sie mit andern zusammen in Positives für Gleichheit, Freiheit, Brüder- und Schwesterlichkeit.
    Neben patriachalen Praktiken, die Frauen ausschliessen, gegen ihre Rechte verstoßen, sollten wir allen menschenverachtenden Politiken und Systemen (auch Sprache, Bezeichungen) entgegenarbeiten. Wir brauchen dringend eine menschenfreundliche, menschenrechtskonforme, das heisst menschenfreundliche, anerkennende Kultur für alle, von allen, gestaltet mit allen. Anders sind wir nichts und werden wieder in Barbarei verfallen. Leider sind es nicht ‘Geister’, die Schlimmes tun, es sind konkrete Menschen und ihre stillschweigenden UnterstützerInnen. Auch dagegen sind Bündnisse immer wichtig und gut!

  4. [...] Theorie. Als freie Mitarbeiterin des Gunda-Werner-Instituts betreut sie diesen Blog zum Thema „Bündnisse – Ein Weg zu erfolgreicher Geschlechterpolitik? Was ist der Streit Wert?“, derzeit in [...]

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