Das eigene Kind – letztes Reservat der Natürlichkeit?

von Sarah Diehl

Reproduktionstechnik sorgt immer wieder für Debatten: Social Freezing – das Einfrieren von Eizellen – erscheint als zeitgemäßes technisches Versprechen. Eine 65-Jährige Vierlings-Mutter wird als monströs verurteilt. Mutterschaft ist technisch machbar und Teil der Leistungsgesellschaft – und gleichzeitig „natürlicher“ Wunsch und Aufgabe der Frau. Wie viel Natur und wie viel Technik ist erlaubt oder gefordert? Verspricht Technik Rettung vor dem „zurück zur Natur“?

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Am Anfang war die Kopie

von Ulrike Baureithel

Ich  wäre lieber ein Cyborg als eine Göttin
(Donna Haraway, „Manifest für Cyborgs“)

Vor  30 Jahren erschien Donna Haraways „Manifest für Cyborgs“ – doch was von Feministinnen, die im Namen des Selbstbestimmungsrechts den Markt der Reproduktionstechnologien geöffnet sehen wollen, heute als theoretisches Unterstützungsangebot gelesen werden könnte, war ein radikaler Angriff auf das zeitgenössische Identitätsdenken und eine Proklamation feministischer Solidarität

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Die Prostitutionsdebatte – ein Streit um Sexualität

von Stefanie Lohaus

 

Seit September 2013 lässt sich in verschiedenen feministischen Zusammenhängen beobachten, wie sich dort FeministInnen* in BefürworterInnen* und GegnerInnen* des sogenannten „nordischen Modells“ spalten. Je länger debattiert und je mehr Argumente auf den Tisch kommen, desto deutlicher wird, dass es dabei in erster Linie gar nicht unbedingt um Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung oder um die Reform des liberalen Prostitutionsgesetztes in Deutschland geht, sondern um verschiedene Sichtweisen in Bezug auf Sexualität.

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FOLLOW THE MONEY: EIN KURZTRIP DURCH SEX & POLITIK

von Pieke Biermann

 

Bäuchlings in die Freiheit?

1971 platzten Frauen mit dem Slogan „Mein Bauch gehört mir!“ in die westdeutsche Öffentlichkeit; es ging um die Abschaffung eines Instruments zur Kriminalisierung von Frauen: des § 218.  Der hatte vermutlich kein einziges ungeborenes Leben geschützt, aber massenweise geborenes Leben gefährdet, verletzt, nachhaltig geschädigt und nicht selten getötet: das von Frauen, die abgetrieben hatten.

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Postgender das! – Zwischen Kritik und Vision

Postgender das! – Zwischen Kritik und Vision

Wenn es darum geht eine gesellschaftliche Utopie zu formulieren, sind sich Grüne Jugend und Piraten sehr nahe. Genaugenommen ist postgender unser politisches Ziel, auch wenn das nie unser Wording war. „Fuck Gender, be yourself!“ ist der Titel unseren queer_feministischen Manifests, ein Beschluss aus dem Jahre 2009, der unsere Vision festhält: Eine Gesellschaft ohne Kategorisierung, ohne normative Zwänge, ohne vorgeschriebene Identitäten. Die Forderung nach der Abschaffung der Geschlechter meint also, dass wir sowohl die […]

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