FOLLOW THE MONEY: EIN KURZTRIP DURCH SEX & POLITIK

von Pieke Biermann

 

Bäuchlings in die Freiheit?

1971 platzten Frauen mit dem Slogan „Mein Bauch gehört mir!“ in die westdeutsche Öffentlichkeit; es ging um die Abschaffung eines Instruments zur Kriminalisierung von Frauen: des § 218.  Der hatte vermutlich kein einziges ungeborenes Leben geschützt, aber massenweise geborenes Leben gefährdet, verletzt, nachhaltig geschädigt und nicht selten getötet: das von Frauen, die abgetrieben hatten.

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Jede Revolution ist eine Chance – auch für ägyptische Frauen?

von Mona Hanafi El Siofi

Wie alle Zusammenschlüsse werden politisch motivierte Bündnisse wegen gemeinsamer Interessen eingegangen. Mit ausreichend breitem Rückhalt in der Zivilbevölkerung und an Schlüsselpositionen mögen sie sogar zu einer Speerspitze werden, die selbst den apodiktischen Starrsinn eines totalitären Regimes durchdringt. Je heterogener die einzelnen Bündnisparteien in sich oder im Verhältnis zueinander sind, desto zerbrechlicher sind freilich die Allianzen – und das wohl spätestens dann, nachdem ein konkret verbindendes Ziel im Wesentlichen erreicht worden ist und das weitere Vorgehen verhandelt […]

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Zu welchem Preis? – Internationale/Transnationale feministische Bündnisse

von Malathi de Alwis

Seit dem Entstehen einer globalen feministischen Bewegung engagieren sich Feministinnen aus dem Norden und Süden in internationalen/transnationalen Bündnissen. Ich behaupte, dass ihre Internationalität eine der größten Stärken sowohl der feministischen als auch der linken Bewegung ist (neben der Tatsache, dass sie sich aus Ideologien speisen, die Ergebnis politischer Kämpfe waren). Die UN-Frauenkonferenzen in Mexiko, Kopenhagen, Nairobi und Peking haben das Gefühl internationaler Solidarität unter Feministinnen weiter gestärkt.

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Die Dritte Welle und die projektbasierte Polis

von Sonja Eismann

Das Urteil, das über die heutige Frauenbewegung am häufigsten zu hören ist, ist jenes, dass sie gar keine sei. Fürwahr: politisch wirksame, deutlich sichtbare Großaktionen, in denen Frauen mit den unterschiedlichsten sozialen Hintergründen für gemeinsame Ziele kämpfen und auf die Straße gehen, gibt es heute nicht mehr – auch wenn der gerade zum ersten Mal in Deutschland über die Bühne gegangene „Slutwalk“ ein erster zarter Vorbote eines solchen Revivals sein könnte. Dennoch: Vorbei die Zeiten der Zweiten Frauenbewegung […]

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„Bündnisse – Ein Weg zu erfolgreicher Geschlechterpolitik? Was ist der Streit Wert?“

Unter dieser Fragestellung möchte das Gunda-Werner-Institut alle einladen, sich an unserer aktuellen Online-Debatte zu beteiligen und zugleich die letzte online-Debatte „Grüne Feministen und ‚Männerrechtler‘ fordern Frauen- und Geschlechterpolitik heraus“ von 2010 weiter führen.

Denn auch wenn in den vergangenen Jahrzehnten geschlechterpolitische Fortschritte errungen wurden, ist eine emanzipative Geschlechterpolitik in vielen Bereichen rückläufig oder stagniert. Von einem einheitlichen feministischen „Wir“ ist heute nicht mehr auszugehen. Frauenpolitische Ansätze haben sich ausdifferenziert und sind sichtbar divers, auch emanzipierte Männer diskutieren mit. […]

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Widerstand mit Hindernissen – Fallstricke queer/feministischer Bündnispolitik

von Nadine Lantzsch

Mit dem Satz „Der Feminismus ist tot, es lebe der Feminismus!“ leiten die Soziologinnen Gabriele Winker und Melanie Groß ihren Text zu „Queer-/Feministische Praxen in Bewegung“ [1] ein und rekurrieren damit auf eine Geschlechterpolitik, die das emanzipatorische und zuweilen radikale Potenzial feministischer Ansätze nicht mehr nötig hat. Denn das feministische Projekt, so wie es ursprünglich angedacht war – als Befreiungsbewegung für ein konstruiertes Kollektivsubjekt – hat ausgedient.

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