Pflegeroboter Uwe Witczak@flickr - CC-BY-NC-SA

Widerstand durch Selbstermächtigung

von Frigga Haug

Das Cyborg-Manifest bleibt aktuell, denn die Entwicklung der Gen- und Informationstechnologie schreitet rasant voran. 1984, im Geburtsjahr des Manifests, galt es, Bilanz zu ziehen. In negativer Utopie fochten die einen gegen die Entwicklung von Technoscience, welche die Herrschaft des Menschen über die Natur bis zum bitteren Ende angetreten zu haben schien. Utopistisch frohlockten die anderen, die glaubten, dass sich die Menschen der Natur in einem Ausmaß bemeistert hätten, dass die Utopie sehr langen, gesunden Lebens Wirklichkeit werden könne. […]

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In der Familienplanung standen wir noch nie nur unter Zeitdruck. Herr Olsen@flickr - CC-BY-NC-SA

Das eigene Kind – letztes Reservat der Natürlichkeit?

von Sarah Diehl

Reproduktionstechnik sorgt immer wieder für Debatten: Social Freezing – das Einfrieren von Eizellen – erscheint als zeitgemäßes technisches Versprechen. Eine 65-Jährige Vierlings-Mutter wird als monströs verurteilt. Mutterschaft ist technisch machbar und Teil der Leistungsgesellschaft – und gleichzeitig „natürlicher“ Wunsch und Aufgabe der Frau. Wie viel Natur und wie viel Technik ist erlaubt oder gefordert? Verspricht Technik Rettung vor dem „zurück zur Natur“?

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Am Anfang war die Kopie

von Ulrike Baureithel

Ich  wäre lieber ein Cyborg als eine Göttin
(Donna Haraway, „Manifest für Cyborgs“)

Vor  30 Jahren erschien Donna Haraways „Manifest für Cyborgs“ – doch was von Feministinnen, die im Namen des Selbstbestimmungsrechts den Markt der Reproduktionstechnologien geöffnet sehen wollen, heute als theoretisches Unterstützungsangebot gelesen werden könnte, war ein radikaler Angriff auf das zeitgenössische Identitätsdenken und eine Proklamation feministischer Solidarität

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Sex als Diensleistung oder Recht auf sexuellen Egoismus?

Antje Schruppvon Antje Schrupp

 

Aktuell scheint Schwedens Prostitutionsgesetz auch ein Vorbild für Deutschland. Doch gesetzliche Verschärfungen, gar ein Verbot von Prostitution würde vor allem den Sexarbeiterinnen schaden. Auch wenn nur Freier direkt bestraft werden sollen, würde eine Illegalisierung zwangsläufig auch die betroffenen Frauen rechtloser machen, sie hätten es dann schwerer, sich abzusichern, sich zu wehren, soziale Hilfestrukturen in Anspruch zu nehmen, sich generell zu organisieren.

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