Wider den weißen Feminismus oder warum die Marginalisierten den Ton angeben müssen. Ein Manifest

von Emine Aslan

In den letzten Monaten wurde im Zuge der Ereignisse in der Silvesternacht vielfach die  rassistische Instrumentalisierung von Feminismus kritisiert. Die Wortwahl legt nahe, dass ‚der‘ Feminismus in seinem Kern frei von Rassismen sei. Dies jedoch unterschlägt sowohl die vielen unterschiedlichen Feminismen als auch den Rassismus, die diesen innewohnen. Es unterschlägt die zahlreichen Widerstände von Frauen* of Color gegen imperiale und eurozentristische Frauenbewegungen.
#ausnahmslos. Eine politische Intervention.
Angesichts der medial so präsenten rassistischen Interpretationen der sexuellen Übergriffe, die Deutschland als postsexistische […]

weiterlesen

Neue Männer, altes Feindbild. Feminismus in der Einwanderungsgesellschaft

Analysen zur  Debatte um die sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht 2015/16
„Es ist nötig, einen Feminismus der Einwanderungsgesellschaft zu entwickeln, mit neuen Allianzen – und mit einer Vision von Emanzipation, die über die Grenzen von Religion, Hautfarbe und Lebensstil hinweg verbindend sein könnte.“

Charlotte Wiedmann, Januar 2016

Das Jahr 2016 hat aus feministisch-antirassistischer Sicht ziemlich rumplig begonnen. Groß war das Erschrecken über die sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht in Köln und in anderen Städten. Innerhalb weniger Tage wurde […]

weiterlesen

Pflegeroboter Visionen.

Roboter als Akteure und Objekte von Fürsorge-Arbeiten.
von Pat Treusch

Alltägliche Gefährt_innen
In der humanoiden Robotik scheint eine Art Imagekampagne vollzogen zu werden. Hier denke ich an die vielen aktuellen Modelle humanoider Roboter, deren Design sich in ein ‚Kindchenschema’ einfügt, die sich in ihren meist weißen Plastik(teil-)verkleidungen und den tollpatschig anmutenden ersten öffentlichen Geh-, Tanz- oder Kickversuchen über unterschiedliche Kanäle ihre Wege in die Medienlandschaft bahnen. Sie scheinen nichts mit einer Figur etwa des Terminators (Cameron, 1984), einer hypermaskulinen, unbesiegbaren Maschine, die sich […]

weiterlesen

Widerstand durch Selbstermächtigung

von Frigga Haug

Das Cyborg-Manifest bleibt aktuell, denn die Entwicklung der Gen- und Informationstechnologie schreitet rasant voran. 1984, im Geburtsjahr des Manifests, galt es, Bilanz zu ziehen. In negativer Utopie fochten die einen gegen die Entwicklung von Technoscience, welche die Herrschaft des Menschen über die Natur bis zum bitteren Ende angetreten zu haben schien. Utopistisch frohlockten die anderen, die glaubten, dass sich die Menschen der Natur in einem Ausmaß bemeistert hätten, dass die Utopie sehr langen, gesunden Lebens Wirklichkeit werden könne. […]

weiterlesen

Das eigene Kind – letztes Reservat der Natürlichkeit?

von Sarah Diehl

Reproduktionstechnik sorgt immer wieder für Debatten: Social Freezing – das Einfrieren von Eizellen – erscheint als zeitgemäßes technisches Versprechen. Eine 65-Jährige Vierlings-Mutter wird als monströs verurteilt. Mutterschaft ist technisch machbar und Teil der Leistungsgesellschaft – und gleichzeitig „natürlicher“ Wunsch und Aufgabe der Frau. Wie viel Natur und wie viel Technik ist erlaubt oder gefordert? Verspricht Technik Rettung vor dem „zurück zur Natur“?

weiterlesen