Diskriminierung « Was ist der Streit-Wert?

Artikel getagged mit ‘Diskriminierung’

Sabine Mohamed

19. Januar 2012,

Überlegungen zu geschlechterpolitischen Bündnissen, ihre Chancen, ihre Probleme und Totgeburten

Das Konzept der globalen Schwesternschaft ist verworfen. Verworfen, weil die Vorstellung, dass es einen Universalismus unter Frauen gäbe, sich als zu eng erwies. Indessen die Vorstellung, Frauen seien ein in einer patriarchalen Gesellschaft unterdrücktes Kollektiv, bei einigen weißen Feminist_innen noch immer existiert. Dabei blenden sie nichts weniger als die Verschränkungen von sozialen, strukturellen Ungleichheitsverhältnissen in einem rassistischen, kapitalistischen System aus oder übersehen diese, weil sie wollen und machen sich zu Kompliz_innen dessen. Das macht das Konzept der globalen Schwesternschaft für (das) feministische Projekt(e) nicht mehr tragfähig. (more…)

Kübra Gümüsay

15. Dezember 2011,

Klartext – Es geht ums Ganze und um Alles!

// Erst hörte ich jemanden auf mich schimpfen. So spürte ich erstmals den Hass. Dann erfuhr ich von Diskriminierung. Später entdeckte ich Rassismus. Deshalb schrieb und schrieb und schrieb ich davon. Und schließlich sah ich das Leid der Anderen. Jetzt schreib ich erst jetzt. // (more…)

Andrea Ferber

30. November 2011,

A_F_100Das Ideal des siegenden Kriegers – Warum Liebe und Empathie unabdinglich bleiben

Bevor über mögliche Bündnisse nachgedacht wird, sollte man kurz darüber reflektieren, was die möglichen Gründe des thematisierten „Roll Back“ in Fragen der Geschlechterdemokratie sind. Dazu einige kurze Überlegungen: Arno Grün, der sich in seinen Werken ausführlich mit den Ursachen von Unterdrückung, Diskriminierung, Extremismus und Gewalt auseinander setzte, äußerte zu Beginn der 1990er Jahre folgendes: „Indem wir zum Beispiel vom Fremdenhass sprechen, anstatt vom Hass gegen Menschen, weichen wir bereits aus. Die Bezeichnung ‘Fremdenhass’ verlegt schon seine Ursache in etwas Äußerliches: weniger ‘Fremde’, weniger Hass.“ – Arno Grün, Tages-Anzeiger vom Dezember 1991 (more…)

Marion Böker

7. November 2011,

Wo viele Schwalben sind ist Sommer - Geschlechterpolitik braucht strategisch wie menschlich Bündnisse

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer: Ursprung des Sprichwortes ist eine Fabel von Äsop: Ein Mann verkauft seinen Mantel, weil er nach der Sichtung einer einzelnen Schwalbe davon ausgeht, dass der Sommer naht. Fortan muss er frieren, denn es bleibt kalt und die zu früh zurückgekehrte Schwalbe erfriert.[1] (more…)

Inge von Bönninghausen

4. Oktober 2011,

Bündnisse – ein Weg zu erfolgreicher Geschlechterpolitik?

Ein bisschen Geschichte tut immer gut: „Wir Frauen gemeinsam sind stark“ – diese Zeile stammt aus einem Lied, das Rio Reiser (Ton Steine Scherben) 1971 für Helke Sanders Film „eine Prämie für Irene“ geschrieben hat, und diese Zeile wurde zum erfahrungsgesättigten Slogan der autonomen Frauenbewegung. Raus aus der häuslichen Vereinzelung, für die jede Frau vorbestimmt war – die Studentin nur etwas später als die Verkäuferin, aber beide mit dem ersten Kind. Erfahren, wie andere Frauen leben, denken, fühlen, Gemeinsamkeiten entdecken, sich aus männlicher Bevormundung und Rollenzwängen befreien: auf diesem Boden wuchs ein „Wir“, das sichtbar war bei Demos, Energie auflud im Frauenzentrum, Neues schuf mit Frauenbuchläden, Verlagen, Cafés Beratungsstellen, Frauenforschung und mehr. So wie das Bewusstsein von den vielfältigen Benachteiligungen wuchs, so verzweigten sich auch die Motive, aus denen heraus Frauen sich zusammen schlossen beispielsweise in Berufsverbänden oder aufgrund einer spezifischen Diskriminierung etwa als behinderte Frauen oder Migrantinnen. (more…)

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