Ein Sondergesetz zur Jungenbeschneidung – kein Beitrag zur religiösen oder kulturellen Integration

von Gitti Hentschel, Leitung Gunda-Werner-Institut

 Ein Jahr ist das „Kölner Urteil“ her, in dem ein deutsches Landgericht erstmals eine Beschneidung an einem Jungen, die nicht medizinisch erforderlich war, als Straftat aburteilte. Ein Einzelurteil, das keine Präzedenzwirkung hätte entfalten müssen und doch so viel in Gang setzte. Verständlich, dass gerade von jüdischen und muslimischen Gemeinden ein Sturm der Entrüstung und Proteste artikuliert wurden; sie sahen

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Gewaltspiralen und die Gleichbehandlung der Geschlechter

von Dana Kühnau

Immer wieder hört man, dass weibliche und männlichen Beschneidung zwei völlig verschieden Sachen wären und daher rechtlich unterschiedlich zu bewerten seien.

Auch der Bundestag versucht gerade in einer halsbrecherischen rechtlichen Verdrehung die Beschneidung von Mädchen als barbarischen Akt primitiver Gesellschaften darzustellen, obwohl er noch vor wenigen Monaten die Beschneidung von Jungen offiziell zugelassen hat. Der Gleichbehandlungsgrundsatz in Art. 3 stellt sich dabei als lästige, vielleicht sogar unüberbrückbare Hürde heraus – selten war er einer tendenziösen

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bist du _anders als die _anderen und was heißt das dann für _uns

Petra Sußner macht sich fem*inistisch juristische Gedanken zur ‚Beschneidungsdebatte‘*

Vor kurzem hat eine ganz wunderbare Theoretikerin ihre aktuelle Arbeit abgeschlossen. Vorangestellt hat sie ein Zitat von Karl Valentin: „Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.“ Als ich mich an diesen Blog gesetzt habe, kam ich nicht umhin, an sie zu denken. Gerade auf der Ebene weißer* Mehrheitsgesellschaft hinterlässt die Beschneidungsdebatte den Eindruck von Wiederholungsanfälligkeit und undemokratischem Diskussionsstil. Ich spreche an dieser Stelle aus einem fem*inistisch juristischen Blickwinkel.  Dieser […]

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Grenzen der Religionsfreiheit – Freiheit in der Religion

von Eva Quistorp

Ein Sonderrecht, das die Religionsfreiheit absolut und über andere Grundrechte stellt, hat der Bundestag nach einer Anhörung zur Beschneidung von Babyjungen und Jungen zum Glück vermieden. Dazu haben die klaren Reden von Katja Dörner und Mehmet Kilic von den Grünen und von Abgeordneten der Linkspartei beigetragen. Sie haben die Grenzen der Religionsfreiheit an den Grundrechten von Kindern und Elternpflichten aufgezeigt, sich auf medizinische Gutachten bezogen, doch sie unterlagen im Bundestag. Mit guten Gründen nennt  Prof. Reinhard Merkel dieses […]

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Vorhauthäuter und Vorhauthüter*

von Sarah Mandelbaum**
Welcher Recht hat, weiß ich nicht –
Doch es will mich schier bedünken,
Daß der Rabbi und der Mönch,
Daß sie alle beide stinken.

(Heinrich Heine)

Mich interessiert nicht, was unbeschnittene Deutsche und beschnittene Funktionäre über die männliche Vorhaut räsonieren. Bislang habe ich umgeblättert, abgeschaltet und Gespräche

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Symbolic Dedication instead of Circumcision

Ruth Barnett expresses her views on circumcision

Firstly, I am appalled that female circumcision still exists. Maximum effort from all Social and Human Rights associations should be focused on preventing this horrific mutilation of defenseless vulnerable human beings. To my knowledge it has nothing to do with religion and everything to do with male domination and revenge by the formerly violated.

Secondly: in my opinion, circumcision of infant boys is also a violent attack on defenseless, vulnerable human beings who are incapable […]

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